Jesus in Jeans, Freikirchen mit HipHop-Predigten – da darf man nicht tatenlos zusehen. Man muss die Jugend in ihrer Dummheit bestärken um sie dann (als vollwertige Mitglieder der Antifa XY) gegen ihre Dummheit agitieren zu können. So bemüht sich der antifaschistische Kindergarten schon seit Ewigkeiten um ein Selbstbild, das mit gängigen bürgerlichen Vorstellungen der Teenager 1:1 kompatibel ist. Diese Entwicklung hat ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.
„Straßen aus Zucker“ heißt der dilletantische Versuch „kommunistische“ Inhalte mit den Mitteln des Teensmags zu vermitteln. Dabei wird keine Dummheit ausgelassen. Ist es zuerst noch ganz nett die alten Begriffsbestimmungen, Analysen, usw zu lesen, kommt einem spätestens ab dem K.I.Z.-Interview das kotzen.
Aktuelles Teensmag (Titel: „Sünde – was hab ich damit zu tun ?“)
Rebecca St. James – Europäische Konzerte und Festivals gehörten fest ins Programm der amerikanischen Rock-Lady. Dann kam der Burn-Out. Hier könnt ihr lesen, was sie über notwendige Pausen und Gott gelernt hat
Straßen aus Zucker:
Was K.I.Z. zu Deutschland, zur Fußball WM und zum Bildungssystem zu sagen haben, erfahrt ihr in unserem Interview.
Da haben die Redakteure was gelernt: Du bist cool wenn du so bist wie der Star, den du cool findest. Agitatorischer Nutzen: Irgendeinen Star ausgraben können, der sich für Gott, den Kommunismus, die neue politische Richtlinine XY ausspricht, und die Azubis der Coolness ziehen nach. Man muss gestehen: Macht die bürgerliche Erwachsenenpresse auch nicht anders. Wir wollen was Abfälliges über Brecht in der „Welt“ stehen haben – lassen wir halt den Daniel Kehlmann (angesagter Typ) bisschen labern. Anstatt gegen das Untertanenbewusstsein anzugehen, das die Grundlage dieser Hörigkeit gegenüber autoritärer Meinung ist, heiligt man es für den kommunistischen Zweck. Dann braucht man sich auch nicht über die hohe Fluktuationsrate in „linken Zusammenhängen“ wundern, wenn der Kommunismus nur eine Meinung ist, die ein paar Theorielinke zur moralischen Qualität verklären.
Weiter geht’s (und hier wirds RICHTIG peinlich):
Ab Seite 15 werden „zufällig ausgewählte“ Jugendliche zu Deutschland befragt. „Bist du stolz auf Deutschland ?“ Und was sagen die so ?
Louis, 15 aus Wedding, sagt:
„Nee. Stolz bin ich auf meine Clique
und was wir alles schon für verrückte
Sachen gut überstanden haben.“
Das gleiche Bewusstsein, anderes Objekt. Macht ja nicht’s.
Remi, 15 aus Neukölln, ist daher auch stolz auf andere bürgerliche Tugenden:
„Naja, stolz kann man eigentlich ja nur
auf Sachen sein, die man selber ge-
macht hat. Von daher kann ich sagen,
dass ich stolz bin, wenn ich es schaffe
um 7 Uhr aufzustehen, um zur Schule
zu gehen. Aber stolz auf Deutschland?
Eigentlich nicht.“
Micha, 18 aus Friedrichshain, philosophiert dagegen über Rechtspositivismus.
„Ich hab nicht viel übrig für Deutsch-
land. Wenn ich das Wort Deutschland
höre, muss ich an über 6 Millionen
ermordete Menschen denken. Damit
hat Deutschland sein Existenzrecht
verwirkt.“
Von wem wird dieses Recht bitte vergeben ? Meint er etwa das Naturrecht auf ‚Staatssouverenität‘ ? Autsch.. und übrigens: Ab wann hat denn eigentlich ein Staat das Recht auf Existenz verwirkt ? Sind eigentlich 4 Mio auch genug oder braucht’s schon 6 dafür ? Die anderen Staaten können also aufatmen, sie dürfen sich noch einiges leisten, bis es sie nicht mehr geben DARF.
Geht es schlimmer ? Ja:
Straßen aus Zucker sind sich zu nichts zu schade. Um zu prüfen, ob die Adepten auch alles richtig verstanden haben, gibt’s ein Quiz, bei dem – Vorraussetzung: alles „richtig“ angekreuzt – auch gleich ein Preis winkt.
Das offizielle „Strassen aus Zucker“ Quiz mit Gewinnmöglichkeit!
Beantworte folgende Fragen und schicke uns die Buchstabenkombination der „richtigen“ Antworten zu!
Bei der Bundeswehr wird man…
a) zum/zur Helfershelfer_in der Nation, staatsschützenden Deppen und zum strammen, mordbereiten Schützen.
b) solide ausgebildet und hat tolle Möglichkeiten im selben Beruf weiter zu machen.
c) auch manchmal gestreichelt.Deutschland ist….
a) super! Heil dir!
b) nicht immer so toll. Aber es kann Vieles verbessert werden,
wenn sich alle anstrengen!
c) Kotzescheiße!Manchmal in der Schule denke ich:
a) „Dieser Unsinn soll mich doch nur zum/zur ideologisch geschulten Staatsbürger_in, kreativ-flexiblem, konkurrenzbereitem
Individuum machen.“
b) „Non scholae sed vitae discimus!“
c) „Will nach Hause, Playse zocken!“Die Freiheit, die der Staat gewährt ist:
a) im Zuge der neuen Überwachungsgesetze sehr kritisch zu betrachten.
b) Die Freiheit zur Konkurrenz, zum stummen Zwang, zum Hauen und Stechen auf dem Markt. Eher eine falsche Freiheit.
c) nicht christlich!Aus den „richtigen“ eingeschickten Antworten werden fünf ausgelost. Die Glücklichen bekommen die brandneue Frittenbude-Platte „Nachtigall“, die uns freundlicherweise vom Label „audiolith“ zur Verfügung gestellt wurden. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.
Und dann noch kritisieren, dass man bei einer Wahl nix zu sagen hat, sondern nur Kreuzchen machen darf ? haha
Oh mein Gott, das ist so dermaßen langweiliges, eingeschnapptes Rumgeflenne, von einem so dermaßen egalen Egalblog den sicherlich nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie niemals mehr als 5 Leute (mit dir selbst einrechnet) lesen werden, dass ich beim Lesen fast eingeschlafen wäre. Ich habe es ja glücklicherweise noch geschafft wach zu bleiben um dir schreiben zu können und jetzt kommt das wirklich wichtige: DAS INTERESSIERT KEINE SAU WAS DU DENKST!
wo sind eigentlich deine gegenargumente ?
doch beim tippen eingeschlafen ? hallo wach !
Mich interessierts! (-;
den zweiten comment der zuckrigen jungs hab ich übrigens nicht gelöscht. der war einfach leer
edit: du zählst nicht, thiel schweiger, du gehörst zu den 5, die er geschätzt hat. vllt mach ich ja mal eine print-version von dem blog und verteil sie an „frankfurter schulen“ (tihi) – möglicherweise krieg ich dann respekt, anerkennung, streetcredibility, was man sich halt so wünscht, wenn man sich’s wünscht.
Gute und vor allem bitter nötige Kritik. Linke, auch sich als „antideutsch“ inszenierende, hatten schon immer eine sehr krude Affinität zu allem Kindlichen, Infantilen, alledem was weit entfernt ist vor den Anforderungen der modernen, bürgerlichen „erwachsenen“ Welt.
@ „Name“
Und dieser penetrante Gestus der Abwehr von dringend nötiger Reflektion (sinngemäss: „das interessiert doch eh keinen“) war schon immer einer der sich davor fürchten musste dass „volksfremde“ Elemente die gute, eigene Sache verderben.
Der Diss zum Schluss:
Befürworter von infantilem Schul-Unterricht im „antideutsch“-Sein gibt es natürlich auch in Augsburg: cf.: http://riotelectricdisco.blogsport.de/2009/05/18/berlin-projekt/
ja klar, das „antideutsch“–“argument“ mußte ja auch noch kommen – natürlich ohne beleg oder begründung. aber irgendwas wird schon hängen bleiben…
ihr seid so geil – du kriegst die tür nicht zu!
das argument von … ist tatsächlich blöd. es reicht schon zu sagen, dass name genau das macht, was ich an SAZ kritisiert habe. anstatt sich mit der kritik auseinanderzusetzen, die ich geäußert habe, vergleicht er nur, ob ich das gleiche denke wie er, bemerkt, dass dem nicht so ist und ist dementsprechend persönlich empört. Er denkt, es reicht aus mich moralisch zu diffamieren, indem er mich mit Maßstäben des Erfolgs mißt (“.. den sicherlich nie mehr als 5 Leute lesen werden..“). Wenn das mal kein bürgerlicher Scheiß ist…